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Männer und ihr erstes Mal „Tut es sehr weh?“
Starkes Geschlecht hin oder her: Dass auch der größte Macho gerne und ausgiebig leidet, weiß jeder, der einen im Haus hat. Da wird ein leichter Schnupfen zur Schweinegrippe und ein Zwicken im Rücken zum lebensbedrohlichen Bandscheibenvorfall. Verzeiht, liebe Männer, aber insgeheim musste ich lachen, als meine Depiladora folgendes erzählte: „Vor dem ersten Waxing fragen die meisten Männer: ‚Tut es sehr weh?’, Frauen fragen: ‚Wie lange hält das Ergebnis?’“ Typisch Mann, dachte ich, und kam bei einer Umfrage im Freundeskreis zu ähnlichem Ergebnis. „Zuviel Angst vorm ersten Mal!“ waren sich die meisten männlichen Nicht-Waxer einig: Frauen müssten schließlich die Strapazen einer Geburt aushalten, kein Wunder, dass sie hart im Nehmen seien...
Mmmh. Ob das Klischee vom schmerzresistenten weiblichen Geschlecht wirklich stimmt? Ich machte mich auf die Suche nach Antworten und war verblüfft: Alles Quatsch. Das genaue Gegenteil scheint der Fall, wie verschiedene Studien besagen. Frauen nehmen Schmerzen intensiver wahr als Männer, weiß etwa Johannes Wagner, Chefarzt der Abteilung für Endokrinologie an der Schlossklinik Abtsee in Laufen. Schuld seien die männlichen und weiblichen Geschlechtshormone: „Testosteron senkt das Schmerzempfinden, das weibliche Östrogen steigert es.“, erklärt Wagner gegenüber dem „Spiegel“.*
Ach was! Woher also Eure (zugegebenermaßen irgendwie liebenswerte) Wehleidigkeit, verehrte Herren? Die Psyche macht’s: „Frauen haben eine niedrigere Schmerzschwelle, können aber wesentlich besser mit Schmerz umgehen als Männer", sagt Hans-Georg Kress, Präsident des Dachverbandes der europäischen Schmerzgesellschaften. Vermutlich sind Frauen in der Lage, schmerz-bedingte Emotionen leichter zu begrenzen. Sie hätten sogar bei größerem Schmerz eine bessere Stimmungslage als Männer.**
Für Euch, liebe Männer und Machos, ein guter Grund, die eigene Psyche positiv zu beeinflussen. Erstens: Ein professionell durchgeführtes Waxing ist sanft und schonend und – was die Schmerzen betrifft – nun wirklich nicht kein Drama. Zweitens: Wenn sogar wir Frauen beim Waxing keine Miene verziehen, lasst den Helden raus und traut Euch! Das streichelzarte Haut-Gefühl danach ist die beste Belohnung. Übrigens: Warum wir dennoch die Schmerzen einer Geburt ertragen, hat einen anderen Grund. Der weibliche Körper setzt währenddessen Endorphine frei. Sie wirken schmerzstillend und senken dadurch die Empfindsamkeit.*
Ein sanftes erstes Waxing wünscht
Nina
*http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,708243,00.html
**http://derstandard.at/1297821442878/Migraene-und-Rueckenschmerz-Schmerz-Frauen-leiden-anders-als-Maenner
Wann ist der Mann ein Mann? Die Selbstbewussten gehen nackt...

Ein komplett haarloser Mann, so absolut nackt – darf der das? „Supersexy, diese pure glatte Männerhaut“, findet meine Freundin Katrin. „Uncool“, sagt Freundin Julia.
Wer es genau wissen will: Laut einer Studie entfernen rund 35,5 Prozent aller deutschen Männer zwischen 26 und 30 Jahren Teile ihrer Körperbehaarung. Das ist über ein Drittel.
Während bis weit in die 1980er glatte Männerhaut als unmännlich galt – siehe Parade-Brusthaarträger Tom Selleck (Magnum) – ändern sich die Zeiten. Und das nicht zum ersten Mal. Gehen Sie ins Museum und schauen sich die alten Skulpturen an: Allesamt ohne ein einziges Haar am wohlgeformten Adonis-Körper. Bereits in den antiken Hochkulturen, ebenso wie später im Mittelalter, war es völlig normal, dass Männer, die was auf sich hielten, ihre Körperhaare loswerden wollen, teils damals schon mit warmem Bienenwachs. Oder wie Gaius Iulius Casear, welcher laut Autor Robert Harris, sich stets durch Bedienstete mittels Elfenbeinpinzetten jedes Härchen einzeln zupfen lies, um Hautkrankheiten vorzubeugen.
Erstaunlich jedoch ist, wie wenig sich die Gründe für den Wunsch nach nackter Haut verändert haben: Sauberkeit und Schönheit. Laut aktueller Studie* steht bei Männern, die sich enthaaren, noch heute die „Hygiene“ (66,5 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von „weil ich mir besser gefalle“ (49,5 Prozent) und „weil es beim Sex besser ist“ (25,5 Prozent).
"Uns interessierte natürlich, warum sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur unterziehen", sagt Forschungsleiter Prof. Elmar Brähler gegenüber der Zeitung Der Standard.* An mangelndem Selbstbewusstsein läge es jedenfalls nicht, und auch nicht an einem übermäßigen Bedürfnis nach ständig neuer Stimulation oder Erregung – dem so genannten "Sensation Seeking". Im Gegenteil: Männer, die gleich mehrere Körperpartien haarlos tragen, seien für gewöhnlich „sozial aktiv, geselliger, beschreiben sich als selbstsicherer und optimistischer."*
Na bitte! Schließlich wirkt das beste Stück eindeutig größer, wenn der Wildwuchs rundum beseitigt ist. Das haben Sie, liebe Männer, natürlich längst erkannt. Schönstes Beispiel: Während bei Wax in the City das Waxing von männlicher Brust, Bauch und Rücken jahrelang auf Platz eins lag, ist es 2011 mit dem Brazilian Man bzw. Brazilian Hollywood Man gleichgezogen. Die Frage: ‚Wann ist der Mann ein Mann?’ wäre damit wohl beantwortet.
Immer eine topgepflegte Streichelhaut wünscht Ihre
Nina
Quellen:
medpsy.uniklinikum-leipzig.de/medpsy.site,postext,suche,a_id,964.html
Männer ohne Körperhaare

Warum Männer ohne Körperhaare bessere Sex-Chancen haben
Beim Thema „Männer ohne Körperhaare“ erinnere ich mich an meinen ersten Freund, Felix. Er ging in meine Parallelklasse und alle fanden, dass er „wahnsinnig süß“ aussah – ich auch. Plötzlich, im zarten Alter von 18 (wir waren schon ein ganzes Jahr zusammen), beseitigte er seine Schamhaare. Rundumschlag. Komplett weg. Für mich war das eine mittelgroße Sensation, für ihn sein ganzer Stolz.
Heute, über zehn Jahre und einige Erfahrungen später, ist Felix’ radikale Ansage von damals fast so normal wie Zähneputzen. Die Erkenntnis: Was als heimlicher Trend begann, ist die natürliche Durchsetzung Darwin’scher Evolutionstheorie.
„Wir sind nackt geworden, weil unsere Vorfahren es ganz einfach schön gefunden haben“, erklärt Professor Winfried Menninghaus von der FU-Berlin gegenüber rbb-online. Doch nicht nur das Verschwinden unseres Fells zählt dazu. Auch die bewusste Körperhaarentfernung, etwa durch Waxing im Schambereich, ist vermutlich eine Spielart der Darwin’schen Lehre.
Wie so oft geht’s um Fortpflanzung: „Darwin hat die generelle Theorie aufgebracht, dass wir sensibel sind für leichte Übertreibungen von etwas, was wir schön finden“, sagt Professor Menninghaus. „Typischerweise findet eine Spezies die durchschnittliche Erscheinung ihrer eigenen Spezies schön. Sie möchte aber noch ein kleines Extra haben. Darwin nennt das den Neuigkeitsreiz, Variationsreiz oder auch den Übertreibungsreiz. ... Der bindet unsere Aufmerksamkeit und, wie Darwin sagt: "Das schafft in Kontexten von sexueller Wahl Vorteile.“ Mit anderen Worten: Nacktheit gewinnt. Zumindest solange, bis wir uns wieder was Neues ausdenken müssen.
„Nackte Haut – Darwin und die Schönheit in der Evolution“
Quelle: rbb-online.de vom 25.01.2010

