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Schamhaar-Kalender von Skandalfotograf Toscani
Was kann man zu Beginn eines Jahres auf den Markt bringen, um einen skandalösen Ruf zu halten? Warum nicht einen Schamhaarkalender... Das dachte sich vermutlich Oliviero Toscani (69). Der italienische Fotograf ist ein Meister der Provokation, und wurde in den ’80ern und ’90ern mit seinen umstrittenen Werbekampagnen für Benetton bekannt. Mit Bildern eines sterbenden Aids-Kranken, dem blutigen Hemd eines gefallenen Soldaten sowie einer fast verhungerten Magersüchtigen sorgte er weltweit für Aufsehen.
Toscanis neuestes Projekt ist ein Schamhaar-Kalender und zeigt zwölf Nahaufnahmen von behaarten weiblichen Schamhügeln. Die Bilder hatte er für den italienischen Leder-Konzern Vera Pelle fotografiert. Jetzt hagelt es massive Proteste, unter anderem von Frauenrechtlern, Politikern und dem Verband der freiwilligen Wettbewerbskontrolle: Von einer für Frauen verletzender Darstellung ist die Rede und davon, dass Frauen lediglich auf ihr Geschlechtsteil reduziert werden.
Toscani ist Anfeindungen gewohnt, entsprechend entspannt klingt laut „Welt online“ seine Antwort: Er habe mit seinen Aufnahmen die „Scheinheiligkeit“ der traditionellen Modefotografie bloßstellen wollen, in der „ Frauen auf hohen Absätzen und mit grellrot geschminkten Lippen über den Laufsteg“ stöckeln – und „alles außer ihrem Schamhügel, dem eigentlichen Zentrum der Verführung“ zeigen. Seine Bilder, so der Fotograf weiter, „zeigen nur einen wunderschönen, gesunden Teil des Körpers.“
Erstaunlich finde ich, dass angesichts der Freizügigkeit unserer Zeit ein paar relativ harmlose Schamhaar-Bilder so viel Empörung hervorrufen. Wie das Ganze wohl mit gewaxter Haut beurteilt worden wäre? Ein paar schöne Brazilian Specials inmitten der hügeligen Bilder hätten sicherlich für Abwechslung gesorgt... Vielleicht mal einen Versuch wert, Signore Toscani?
Quelle:
www.welt.de/vermischtes/article12154736/Fotograf-Toscani-bringt-Schamhaarkalender-heraus.html
