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Hau(p)tsache sauber, oder?

Für jeden von uns ist selbstverständlich, dass man sich täglich einer recht aufwändigen Körperhygiene unterzieht. Im Gesamtbild betrachtet, kommt unsere Haut so jeden Tag mit wahnsinnig vielen Pflegeprodukten in Berührung - Deo, Gesichtsreinigung, Duschgel, Shampoo und Conditioner, Bodylotion, dekorative Makeup-Produkte und und und.
Dabei macht unsere Haut alleine etwa sechzehn Prozent des Körpergewichts aus und kommt ausgebreitet bei einem Erwachsenen auf zwei bis drei Quadratmeter! Jeden Monat gehen weiterhin dreißig Gramm abgestorbene Zellen verloren, wobei sich die gleiche Menge wieder regeneriert. Das macht bei einer durchschnittlichen Lebensdauer satte achtzehn Kilo aus – faszinierend!
Da die Haut also unser größtes, vielseitigstes und, wie ich finde, mit das interessantestes Körperorgan ist – lohnt es sich darüber nachzudenken, was wir ihr täglich eigentlich so alles zumuten. Nach einer eingehenden Recherche in meinem Bad, sind mir zwischen den ganzen Tuben Creme, Shampoos und Co. erstaunlich oft die Inhaltsstoffe Paraben und Paraffin ins Auge gestochen, die aufgrund ihrer bedenklichen Wirkung auf den menschlichen Körper in den Medien in Verruf gekommen sind.
Paraben – was ist das eigentlich? Dabei handelt es sich um einen recht kostengünstigen Konservierungsstoff, der, wie ich unschwer erkennen konnte, in fast jedem konventionellen Kosmetikprodukt, vor allem aber in Deos, Gels und Haarsprays enthalten ist und unter dem Verdacht steht, eine hormonelle Wirkung zu haben. Er soll eine ähnliche Aktivität wie das weibliche Hormon Östrogen aufweisen und dadurch Zellen des Brustgewebes zu unkontrolliertem Wachstum anregen und sogar zu Brustkrebs führen... Besonders bedenklich ist hier der Gebrauch von Deos, da nämlich das Paraben durch die empfindliche Haut der Achselhöhe direkt in die Brust gelangen kann.
Paraffin ist hingegen ein Erdölprodukt und wird aufgrund seiner fettreichen Konsistenz oft als ein Grundbestandteil von vielen Körperpflegemitteln - und im Übrigen auch Kerzen - eingesetzt. Ich fand es in meiner Lieblingsgesichtscreme mit Smoothie-Effekt und musste mir gleich vorstellen, wie ich mir genüsslich eine schöne, dicke Schicht Kerzenwachs ins Gesicht schmiere. Da gerät die Lieblingsgesichtscreme gleich unter Verdacht und der Ursprung meiner immer mal wieder aufpoppenden Pickelchen ist hiermit wohl auch geklärt - wie soll so bitteschön meine Haut atmen können?!
Jetzt fragt man sich natürlich, was so unschöne Inhaltsstoffe überhaupt in unserer Schönheitspflege zu suchen haben. Nun ja, es heißt, dass die aktuelle Datenlage der Experten bisher für eine definitive Risikoeinschätzung einfach noch nicht ausgereift ist. Außerdem kommt es immer auf die jeweilige Menge im Produkt an, d. h. je weiter oben in der Ingredientsliste, desto höher ist auch die jeweilige Konzentration.
Wenn man jetzt bedenkt, dass man jeden Tag z. B. die gleiche Creme im Gesicht verwendet und diese durch die Haut samt allen Inhaltstoffen in den Körper eindringt, kommen da im Laufe des Lebens ganz schön viele Litereimer eines fragwürdigen Gemischs zusammen. Puh!
Ein Glück gibt es in der Kosmetik aber auch genügend wertvolle Pflegestoffe, die unserem größten Sinnesorgan gut tun - und das ist doch schließlich die Hauptaufgabe aller Beautyprodukte.
Ganz hautfreundlich
Ihre Doro
Quellen:
Kosmetikinhaltstoffe von A bis Z, Heinz Knieriemen
