Schöne Menschen haben es leichter
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land...? Bereits im Kindesalter haben wir eine Affinität zur äußeren Schönheit. Und spätestens im Erwachsenalter kommt man ums Thema „Aussehen“ nicht herum: Was ziehe ich zum Vorstellungsgespräch an? Wie style ich meine Frisur fürs Date? Wie sehe ich in jeder möglichen Lebenslage möglichst vorteilhaft aus?
Alles Quatsch, werden viele von Ihnen jetzt sagen: Wahre Schönheit kommt schließlich von innen. Und es stimmt sogar – wer strahlt und glücklich ist, sendet positive Energien aus und wirkt automatisch attraktiver.
Doch damit ist das Thema nicht erledigt. Forscher und Wissenschaftler wollen regelmäßig beweisen, dass äußere Schönheit mehr ist als eine subjektive Einbildung: „Schönheit ist kein bloßer Luxus, sondern ein fundamentales Lebensprinzip“, schreibt etwa Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf in seinem Buch „Der Ursprung der Schönheit“. Zahlreiche Studien ergeben, dass schönere Menschen es im Leben und in der Gesellschaft leichter haben: In der Schule, im Job, im Ausland, bei Auseinandersetzungen und sogar in der Liebe. Auch wenn nicht alle schönen Menschen stets die besseren Jobs und besseren Partner ergattern, haben sie insgesamt mehr Möglichkeiten als ihre weniger hübschen Artgenossen. Warum das so ist? Schöne Menschen, heißt es, besäßen einen entscheidenden Vorteil: Sie werden im ersten Moment für selbstbewusster, sympathischer, erfolgreicher und intelligenter gehalten.
Gerade in der Liebe und in sexueller Hinsicht profitieren schöne Menschen von ihrem Aussehen, glaubt auch Autorin Nancy Etcoff: „Schönheit ist ein Vorteil für Männer wie auch für Frauen, wobei das Ausmaß bei Frauen größer ist. Besonders Männer halten schöne Frauen für sexuell aktiver, besser und selbstsicherer, wohingegen Frauen diese Vermutung nicht allein über das Äußerliche aufstellen.“ Dennoch: Auch Frauen fühlen sich in der Nähe von schönen Menschen aufgewertet. Schwierig wird es immer dann, wenn jemand überzeugt ist, dass gutes Aussehen alleine glücklich macht. Das stimmt natürlich nicht. Gerade bei Jüngeren kann diese Fehlannahme zu schweren Erkrankungen wie Essstörungen und Depressionen führen.
In meinem eigenen Freundeskreis gibt es eine Menge attraktiver Singles. Dass sie es wirklich leichter haben im Leben, kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil. Viele von ihnen machen es sich selbst schwer, weil sie ständig beweisen wollen, dass sie nicht nur gut aussehen, sondern ihren Erfolg im Beruf harter Arbeit zu verdanken haben, statt einem hübschen Augenaufschlag. Ich persönlich halte es deshalb mit dem Evolutionsbiologen Josef H. Reichholf, der die menschliche Schönheit in die Kategorie „unverständlicher Luxus“ einordnet. Meine Großmutter war offenbar derselben Meinung: „Wen auch immer du liebst, er ist der Schönste".
In diesem Sinne: Auf die Liebe und happy Valentine’s Day!
Eure Nina
Quellen:
Nancy Etcoff, Survival of the Prettiest – the Science of Beauty, 1999.
Josef H. Reichholf, der Ursprung der Schönheit, 2011.
www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13418959/Schoene-Menschen-sind-klar-im-Vorteil.html
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