Busch oder nackt?

Das finnische Designerinnen-Duo „Nutty Tarts I Tärähtäneet Ämmät“ hat eine Unterwäschekollektion mit Körperhaar-Print herausgegeben: Slips mit Schamhaar-Aufdruck, Männerunterhemden mit Brusthaarmuster und lange Unterhosen mit Beinbehaarung. Ein lustiges Accessoire für alle, die glatte Haut bevorzugen und trotzdem gelegentlich Haar zeigen wollen.
http://www.tarahtaneet.net/hairytuotteet.html
Überhaupt erleben Schamhaare in der Fashionwelt ein bizarres Revival: So hat eine brasilianisches Modefirma bei der São Paulo Fashion Week ein Model nackt auf den Laufsteg geschickt. Abgesehen von einer durchsichtigen Plastikfolie trug das arme Mädchen lediglich Schambehaarung. "Es gibt kein schöneres Styling als den nackten Körper einer Frau", kommentierte der Designer den freizügigen Auftritt seines Models. In den brasilianischen Medien diskutierte man daraufhin die Frage, ob das Model möglicherweise ein Intim-Toupet trage. Der Designer lüftete das Geheimnis: Ja, dem Model seien Haare im Schambereich angeklebt worden. "Ich wollte, dass sie sehr natürlich wirkt.“
(Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,700655,00.html)
Studie besagt: Frauen und Männer mögen es nackt
Was in der Modewelt für Schlagzeilen sorgt, hat mit der Realität wenig zu tun. So bevorzugt nicht nur das brasilianische Model privat offenbar nackte Haut, sondern auch die meisten deutschen Frauen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Universität Leipzig: Im vergangenen Jahr wurden 2512 ost- und westdeutsche Frauen und Männer zum Thema Körperhaarentfernung befrag. Dabei kam heraus, dass gut 80 Prozent aller Frauen zwischen 18 und 30 Jahren sich gelegentlich oder regelmäßig Körperhaare entfernen, bei den Männern sind es immerhin 34 Prozent (ohne Barthaare). Interessant: Je jünger, desto mehr Haare kommen weg. Die beliebtesten Areale bei 18- bis 25-jährigen Frauen, die Körperhaar entfernen, sind die Achselhöhlen (90 Prozent), dicht gefolgt von den Beinen (81 Prozent) und dem Genitalbereich (68 Prozent). Junge Männer tragen vor allem Achseln (79 Prozent) und Genitalien (70 Prozent) lieber haarlos.
Gründe für die Haarentfernung
Hygiene und das eigene Schönheitsideal („weil ich mir besser gefalle“) sind die Hauptgründe für eine regelmäßige Haarentfernung. Männer antworten zudem häufiger als Frauen „weil es beim Sex besser ist“ (Männer: 25,5 Prozent, Frauen: 11 Prozent). Vielleicht genau die richtige Zielgruppe für unsere beiden finnischen Unterwäsche-Designerinnen.
Quelle:
Verbreitung von Tätowierungen, Piercing und Körperhaarentfernung in Deutschland
Ergebnisse einer Repräsentativerhebung in Deutschland im Mai und Juni 2009
Prof. Dr. Elmar Brähler
Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
der Universität Leipzig
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