Männer ohne Körperhaare

Warum Männer ohne Körperhaare bessere Sex-Chancen haben
Beim Thema „Männer ohne Körperhaare“ erinnere ich mich an meinen ersten Freund, Felix. Er ging in meine Parallelklasse und alle fanden, dass er „wahnsinnig süß“ aussah – ich auch. Plötzlich, im zarten Alter von 18 (wir waren schon ein ganzes Jahr zusammen), beseitigte er seine Schamhaare. Rundumschlag. Komplett weg. Für mich war das eine mittelgroße Sensation, für ihn sein ganzer Stolz.
Heute, über zehn Jahre und einige Erfahrungen später, ist Felix’ radikale Ansage von damals fast so normal wie Zähneputzen. Die Erkenntnis: Was als heimlicher Trend begann, ist die natürliche Durchsetzung Darwin’scher Evolutionstheorie.
„Wir sind nackt geworden, weil unsere Vorfahren es ganz einfach schön gefunden haben“, erklärt Professor Winfried Menninghaus von der FU-Berlin gegenüber rbb-online. Doch nicht nur das Verschwinden unseres Fells zählt dazu. Auch die bewusste Körperhaarentfernung, etwa durch Waxing im Schambereich, ist vermutlich eine Spielart der Darwin’schen Lehre.
Wie so oft geht’s um Fortpflanzung: „Darwin hat die generelle Theorie aufgebracht, dass wir sensibel sind für leichte Übertreibungen von etwas, was wir schön finden“, sagt Professor Menninghaus. „Typischerweise findet eine Spezies die durchschnittliche Erscheinung ihrer eigenen Spezies schön. Sie möchte aber noch ein kleines Extra haben. Darwin nennt das den Neuigkeitsreiz, Variationsreiz oder auch den Übertreibungsreiz. ... Der bindet unsere Aufmerksamkeit und, wie Darwin sagt: "Das schafft in Kontexten von sexueller Wahl Vorteile.“ Mit anderen Worten: Nacktheit gewinnt. Zumindest solange, bis wir uns wieder was Neues ausdenken müssen.
„Nackte Haut – Darwin und die Schönheit in der Evolution“
Quelle: rbb-online.de vom 25.01.2010
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